Das englische Wunder Triumph

Als John Bloor 1983 bei den japanischen Motorradherstellern anklopfte, nahm noch keiner ernst. Der schrullige Engländer hatte kurz zuvor die Marke Triumph gekauft.

Die japanischen Motorradhersteller zeigten dem Engländer ihre modernen Produktionsmethoden. Seitdem hatte er die zweitälteste Motorradmarke der Welt wieder erfolgreich aufgebaut. Die Kunden der traditionsreichen Motorradmarke können heutzutage wieder die Bonneville kaufen, mit der schon Steve McQueen und Elvis Presley unterwegs war.

Das Motorrad gilt als die erste Retro-Version, lange bevor die anderen Motorradhersteller ihre ersten wieder aufgepäppelten Motorräder anboten. Der gepflegte Nostalgie-Look der Bonneville täuscht, unter den Kühlrippen der beiden Zylinder steckt eine moderne Wasserkühlung und in den Vergaserattrappen ist eine Einspritzanlage verbaut. Selbst der Abgaskatalysator wurde so geschickt unter den Motor verbaut, dass die Auspuffanlage den klassischen Look beibehalten konnte.

Mittlerweile verkauft das Unternehmen mehr als 64.000 Maschinen pro Jahr und bietet 14 unterschiedliche Modelle an. Ein großer wirtschaftlicher Erfolg, wenn man bedenkt, dass das Unternehmen vor 30 Jahren mit einer Hand voll von Mitarbeitern anfing. Mittlerweile werden die Motorräder in Indien, Thailand und Brasilien montiert. Der wichtigste Absatzmarkt für das Unternehmen ist Nordamerika, auch wenn die Motorräder in Deutschland und Frankreich sehr beliebt sind.

Der Immobilien Unternehmer, den vor 30 Jahren noch keiner ernst genommen hat, führt heute ein Unternehmen, das 28 Millionen £ im Jahr Gewinn macht. Es arbeiten mehr als 2000 Angestellte in dem englischen Unternehmen und nur allein im Hauptwerk werden täglich 150 Maschinen montiert.

Das wichtigste Produkt des Unternehmens ist auch weiterhin die Bonneville T-100, die 2001 das erste Mal auf den Markt kam. Mit einem Umsatz von 84 Millionen £ hat das Unternehmen längst den italienischen Rivalen Ducati überholt und nähert sich den Verkaufszahlen von Harley-Davidson. Die Firma befindet sich heute noch im Besitz der Familie, die bis zu dem heutigen Zeitpunkt die gesamten Gewinne wieder in das Unternehmen gesteckt hat.